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HOW TO find new volunteers! – von youngcaritas München

Eine Fahrkarte, viele Möglichkeiten. So könnte man unsere Arbeit bei youngcaritas München beschreiben, wie ein Hop on Hop off-Bus. Junge Menschen zwischen 14 und 35 Jahren haben die Möglichkeit sich bei uns in verschiedenen Projekten und Aktionen sozial zu engagieren. Das Besondere daran: Die Struktur ist maximal flexibel. Niemand muss sich auf regelmäßige Termine festlegen, sondern kann Monat für Monat aus unserem Angebot auswählen, ob und wenn ja, was für sie*ihn passt.

Tabea
May 29, 2026

Eine Fahrkarte, viele Möglichkeiten. So könnte man unsere Arbeit bei youngcaritas München beschreiben – wie ein Hop on Hop off-Bus. 

Junge Menschen zwischen 14 und 35 Jahren haben die Möglichkeit, sich bei uns in verschiedenen Projekten und Aktionen sozial zu engagieren. Das Besondere daran: Die Struktur ist maximal flexibel. Niemand muss sich auf regelmäßige Termine festlegen, sondern kann Monat für Monat aus unserem Angebot auswählen, ob und wenn ja, was für sie*ihn passt. 

Die Vermutung liegt nahe, dass diese flexible Struktur und die Kurzfristigkeit der Anmeldung zu einer Aktion eine Unverbindlichkeit und ebenso eine hohe No-Show-Rate mit sich bringen. Unsere Arbeitspraxis zeigt, dem ist nicht so: Junge Menschen suchen sich gezielt Termine aus, bei denen sie mit dabei sein wollen. Durch die flexible Struktur ist es Ihnen möglich nur ein einziges Mal mit dabei zu sein, so wie es gerade in das eigene Leben passt bzw. Raum zu schaffen, um sich auch in anderen Initiativen und Vereinen zu engagieren.

Ob Mithilfe bei der Smartphone-Sprechstunde für Senior*innen, der Organisation von Kleidertauschpartys, Einsätzen bei support days in anderen sozialen Einrichtungen wie bspw. der Bahnhofsmission oder dem Tierheim oder in der Adventszeit beim Plätzchen backen für den guten Zweck. Wir legen den Zugang zu verschiedenen sozialen und gesellschaftlichen Themen. Auch eigene Ideen und Fähigkeiten können von den Engagierten eingebracht werden. So haben Teile der Kleidertauschparty-Gruppe einen CO²-Spar-Rechner programmiert und dabei ihr IT-Wissen aus Studium und Beruf mit ins Ehrenamt gebracht. 

Acht Personen stehen lachend vor einer weißen Wand mit bunten Wimpeln. Sie halten bunte Kleidungsstücke auf Bügeln in die Kamera: eine dunkelblaue Bluse mit Feder-Muster, ein korallenrotes Top und ein gemustertes dunkelbraunes Kleidungsstück. Ein Mann trägt ein K-Pop-Band-T-Shirt (mit Namen wie „Bang Chan" sichtbar), eine Person trägt eine rosarot Wollmütze und blaue Sonnenbrille. Die Gruppe wirkt fröhlich und verbunden, zusammen bei einer Kleidertauschparty.

Wir versuchen außerdem einen Mix aus Aktionen hinzubekommen, in dem Menschen mit und ohne gute Deutschkenntnisse mitwirken können. Viele unserer Engagierten sind neu in München, haben noch kein großes soziales Netzwerk und freuen sich über die Begegnung mit anderen Gleichaltrigen während des Engagements. Dies zeigt, dass auch in flexiblen Strukturen „Community building“ möglich ist. Desweiteren machen bei uns auch junge Menschen mit, die nicht mehr in München wohnen, aber zum Beispiel auf Heimatbesuch rund um die Weihnachtszeit Lust haben, sich zu engagieren. Oder Studierende, die nach einem Auslandssemester wieder bei uns einsteigen.

Der Hop-on-Hop-off-Bus ist also nicht nur eine Metapher, sondern unser Daily Business. Eine Erkenntnis aus unserem Projektalltag: Das Zeitfenster der sogenannten Gen Alpha und Z ist begrenzt: Ganztagsschule, Ausbildung, Studium oder Beruf verkürzen die freie Zeit. Zudem kommen auch Existenzprobleme gerade in einer Stadt wie München mit hohen Mieten und Lebenshaltungskosten hinzu, sodass in der freien Zeit auch Raum für Minijobs o.ä. sein muss. Oder sich das Ehrenamt an die Orte, wo junge Menschen sind, verlagern muss. Also zum Beispiel auch hinein in Schule. Im Bereich der Unternehmen tut sich hier schon einiges, und Mitarbeitende werden für Engagements freigestellt, beispielsweise einmal im Monat/Quartal als Arbeitszeit.

Ein weiterer Aspekt unserer Arbeit ist die Art der Kommunikation. Wir versuchen eng an den Engagierten dran zu sein, d.h. von Anmeldung bis Bestätigung vergehen meist nur ein paar Stunden, max. ein Tag. Dazu nutzen wir Messengerdienste, sodass die jungen Menschen uns auch bei Rückfragen, Krank- und Abmeldungen etc. schnell und unkompliziert erreichen können. Für die Anmeldungen nutzen wir eine dsgvo-konforme Plattform, auf der wir alle Einsätze/Aktionen bündeln. Das hilft uns im Team den Überblick zu behalten und nach außen hin alles an einem Ort zu bündeln. Wir versenden 1 Tag vor dem Einsatz einen Reminder mit allen wichtigen Infos und meist kommt daraufhin auch mal eine Absage rein, aber meist eher die Bestätigung, dass die Person nach wie vor mit dabei ist. 

Auch die Präsenz auf Social Media wie Instagram oder auf Volunteering-Plattformen wie Letsact, GoVolunteer oder Vostel helfen, die eigene Sichtbarkeit zu erhöhen. Zudem kooperieren wir mit Caritas-Freiwilligenzentren und anderen Freiwilligenagenturen in München. 

Unser Hop on Hop off-Bus bietet jenseits der Mitfahrt auch eine Chillout-Area an. Einmal im Monat laden wir zum Community-Abend in unseren Projektraum ein. Hier wird gespielt, etwas Kreatives wie Postkarten oder Visionboards gestaltet oder sich mit einem Thema näher beschäftigt, wie bspw. Stationen eines Demenzsimulators durchlaufen. 

Gruppe von 9 Freiwilligen präsentiert selbst gestaltete Collagen mit Fotos und Text in hellem Veranstaltungsraum; Bastelmaterialien auf Tisch verteilt

Engagement heißt für uns auch, sich Zeit für sich selbst zu nehmen und nicht nur für andere Zeit zu geben. So treffen sich an diesen Abenden Engagierte, die sich teilweise von Einsätzen schon kennen oder sich dann erst kennenlernen und mehr über einzelne Projekte von uns erfahren. Und es kommen auch Menschen dazu, die vorher noch keine Berührung mit uns hatten, aber Lust auf einen geselligen Abend haben und dann ggf. ins Engagement einsteigen. 

Unsere Learnings (so far): 

  • flexible Strukturen des Mitmachens schaffen 
  • wenig Bürokratie hilft die Hemmschwelle massiv zu senken
  • Offene Formate anbieten mit bspw. kreativem Schwerpunkt, um Interesse zu wecken > also nicht das Engagement steht im Vordergrund, sondern Community Building und Eventcharakter 
  • Internet-Plattformen und Einrichtungen nutzen, die in deiner Region funktionieren bzw. aktiv sind (Multiplikator*innen)
  • auf eigener Homepage alle Engagement-Angebote auf einen Blick präsentieren > Call to Action im Fokus, d.h. jemand Interessiertes sollte schnell verstehen, wie man aktiv werden kann 
  • Social-Media-Präsenz mit Einblicken in die Arbeit durch bspw. Reels über die Aktionen oder Testimonials von Engagierten 
  • enge und direkte Kommunikation via Messengerdienste 

Also: Einsteigen bitte und los geht die Fahrt! 😉

Über DIE AUTOR*INNEN
Tabea

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